Wenn Hunde auf unseren inneren Aufruhr reagieren

gestresster Hund

 

Neulich habe ich Luis von der Hundetagesstätte abgeholt. Es hatte sich so eingeschliffen, dass er immer sehr aufgeregt war, wenn ich kam und sich auch im Auto nicht beruhigen konnte. Während wir heimfuhren jammerte und fiepte er die ganze Zeit auf dem Rücksitz. Für mich war das kaum auszuhalten, weil ich ein einfühlsamer Mensch bin und die Unruhe anderer fast körperlich spüre.

  

Beim letzten Mal nun, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es kam mir der Gedanke, dass vielleicht ich der Grund sein könnte für seine Aufregung. Ich war immer darauf bedacht nach der Arbeit zeitig bei der Hundetagesstätte zu sein, denn es gab eine Deadline bis wann ich ihn abholen musste. Es stresste mich ein bisschen, dass ich ihn nicht einfach holen konnte, wenn ich soweit war, also fuhr ich nach der Arbeit immer so schnell wie möglich zu ihm.

   

Diesmal setzte ich mich ins Auto und atmete erstmal ein paarmal ein und aus. Erst da fiel mir auf, wie mein ganzes System vibrierte. So geht es sicherlich vielen Menschen nach der Arbeit, ohne dass ihnen dies bewusst wird – so wie es auch mir nicht bewusst war. Ich fuhr dann los, bis zu einem Parkplatz in der Nähe der Hunde-Nanny. Dort machte ich nochmal Halt, weil ich merkte, dass mein System noch immer stark vibrierte.

  

Auf dem Parkplatz machte ich mehrere Übungen aus der Energiemedizin und auch die Trust Technique. Es dauerte 10 Minuten, bis alles sich beruhigt hatte. Vor dem Haus der Hunde-Nanny gönnte ich mir nochmal eine Pause der Achtsamkeit. Erst dann stieg ich aus und klingelte.

  

Und siehe da – Luis marschierte entspannt aus dem Haus und schnüffelte dann vor dem Haus herum während die Nanny und ich uns noch ein paar Minuten unterhielten. Ihr fiel sofort auf, dass er nicht an mir hochsprang und dann ins Auto hüpfte wie sonst immer, sondern entspannt schnüffelte. Mir auch! Und auf dem gesamten Heimweh sass er ruhig auf dem Rücksitz und schaute aus dem Fenster.

   

Es ist schon krass, dass wir oft selbst nicht merken wie es uns eigentlich geht. Seit diesem Erlebnis gehe ich wieder bewusster durch den Alltag, und ganz besonders wenn ich mit Luis bin. Das schlägt sich nieder in ruhigeren Spaziergängen, mehr Kontakt und freiwilliges zu mir Zurückkommen, ohne dass ich ihn rufe. Wir sind wieder verbunden und das fühlt sich einfach so viel besser an.

 

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